Sicherheit & Trainingsregeln
Vor jedem Training findet ein zweckmässiges, auf die Trainingsinhalte abgestimmtes Einwärmen statt.
Während des Trainings ist das Tragen von Schmuckstücken, Uhren, Piercings, Brillen, Halsketten oder vergleichbaren Gegenständen untersagt, da erhöhte Verletzungsgefahr besteht.
Auf das klare verbale Kommando „STOP “ oder bei eindeutigem Abklopfen ist jede Kampf- oder Technikhandlung unverzüglich einzustellen. Der ausgeübte Druck ist je nach Situation kontrolliert und langsam zu lösen.
Bei Sparring oder bei Techniken, bei denen dynamisch auf den Kopf eingewirkt wird, ist das Tragen eines Zahnschutzes obligatorisch.
Teilnehmende sind verpflichtet, den Instruktor vor Trainingsbeginn über bestehende Verletzungen, gesundheitliche Einschränkungen oder die Einnahme leistungsbeeinträchtigender Medikamente zu informieren.
Alle Techniken und Drills erfolgen nach dem Prinzip der progressiven Intensitätssteigerung. Eigenmächtige oder unkontrollierte Erhöhung der Intensität ist untersagt.
Gelenkhebel, Würgetechniken und andere potenziell verletzungsgefährdende Techniken werden kontrolliert ausgeführt und vor der Verletzungsgrenze gestoppt.
Den Anweisungen des Instruktors ist jederzeit uneingeschränkt Folge zu leisten. Korrekturen oder Rückfragen erfolgen ausschliesslich ausserhalb der laufenden Übung.
Die Teilnahme am Training unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder anderen bewusstseins- oder leistungsbeeinträchtigenden Substanzen ist nicht gestattet.
Trainingspartner sind respektvoll zu behandeln. Absichtliche Überforderung, Dominanzverhalten oder rücksichtsloser Körpereinsatz werden nicht toleriert.
Bei Schmerzen, Unwohlsein, Schwindel, Atemnot oder Verletzungen ist das Training sofort zu unterbrechen und der Instruktor zu informieren.
Die Trainingsfläche ist sauber, trocken und frei von Hindernissen zu halten. Defektes oder ungeeignetes Trainingsmaterial darf nicht verwendet werden.
Filmen, Fotografieren oder Weitergeben von Trainingsinhalten ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Instruktoren erlaubt.
Saubere Trainingskleidung, angemessene Körperhygiene sowie kurz geschnittene Finger- und Zehennägel sind obligatorisch. Offene Wunden müssen abgedeckt sein.
Die Missachtung dieser Sicherheits- und Trainingsregeln kann je nach Schwere zu einer Verwarnung, einem temporären oder dauerhaften Ausschluss vom Training führen.
Rechtliche Grundlagen / Haftung
Rechtliche Grundlagen:
Das Training und die Anwendung der vermittelten Inhalte erfolgen weitgehend im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Die Teilnehmenden werden für ihre rechtliche Verantwortung sensibilisiert. Eine kurze Zusammenfassung über die rechtlichen Grenzen der Selbstverteidigung ist im Anhang I ersichtlich (siehe weiter unten). Im Training wird regelmässig darauf hingewiesen werden.. Ziel ist es, in Bedrohungssituationen angemessen, verhältnismässig und rechtlich korrekt handeln zu können.
Folgende Aspekte sind zu berücksichtigen:
· Grundsatz der Notwehr und des Notstands
· Verhältnismässigkeit der angewendeten Mittel
· Abgrenzung zwischen Selbstverteidigung und strafbarer Handlung
· Bedeutung von Deeskalation und Rückzug
· Persönliche Verantwortung für das eigene Handeln vor, während und nach einer Auseinandersetzung
Das Training dient der Prävention und dem Selbstschutz und stellt keine Aufforderung zur Gewaltanwendung dar.
Haftung
Die Teilnahme am Training erfolgt auf eigene Verantwortung. Die vermittelten Inhalte dienen ausschliesslich der Selbstverteidigung, der Prävention sowie der persönlichen Weiterentwicklung. Trotz sorgfältiger Planung, Anleitung und Überwachung des Trainings kann das Risiko von Verletzungen nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Der Veranstalter sowie die Instruktoren übernehmen keine Haftung für Personen- oder Sachschäden, die aus der Teilnahme am Training entstehen, sofern diese nicht auf grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz zurückzuführen sind. Die Teilnehmenden bestätigen mit ihrer Teilnahme, dass sie sich in einem gesundheitlich geeigneten Zustand befinden und die geltenden Sicherheits- und Trainingsregeln anerkennen und einhalten.
Ethische Grundlagen
Das Selbstverteidigungssystem basiert auf klaren ethischen Grundsätzen. Ziel des Trainings ist der Schutz der eigenen Person und Dritter sowie die Vermeidung von Schaden. Gewalt wird ausschliesslich als letztes Mittel verstanden und nach Möglichkeit im Rahmen der rechtlichen und moralischen Verantwortung angewendet.
Die vermittelten Techniken dienen nicht der Machtausübung oder Aggression, sondern der Prävention, Deeskalation und dem Erhalt der Handlungsfähigkeit in Bedrohungssituationen. Respekt, Selbstkontrolle und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Trainingspartnern und Dritten bilden die Grundlage des gesamten Trainingsbetriebs.
ESDS – Fakten zu Notwehr
Grundsatz der Notwehr und des Notstands
- Notwehr (§ 32 StGB): Erlaubt ist eine Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff von sich oder anderen abzuwehren. Notwehr ist nicht rechtswidrig.
- Rechtfertigender Notstand (§ 34 StGB): Handlungen sind erlaubt, um eine gegenwärtige Gefahr von Rechtsgütern abzuwenden, wenn dabei höherwertige Interessen geschützt werden.
Verhältnismässigkeit der angewendeten Mittel
- Notwehr: Es gilt keine klassische Verhältnismässigkeit, sondern das Prinzip der Erforderlichkeit und Gebotenheit (kein krasses Missverhältnis, keine sozialethisch unzulässige Verteidigung).
- Notstand: Hier ist eine strenge Interessenabwägung erforderlich (geschütztes Gut muss deutlich höherwertig sein als das beeinträchtigte).
Abgrenzung zwischen Selbstverteidigung und strafbarer Handlung
- Selbstverteidigung liegt nur vor, wenn ein aktueller Angriff besteht und die Abwehr erforderlich ist.
- Überschreitung der Notwehr, Vergeltung oder Handeln nach Ende des Angriffs kann zur Strafbarkeit führen.
- Präventive oder nachträgliche Gewalt ist keine Notwehr.
Bedeutung von Deeskalation und Rückzug
- Ein Rückzug ist rechtlich nicht zwingend vorgeschrieben, kann aber die Gebotenheit der Notwehr beeinflussen.
- Deeskalation wirkt sich in der Praxis oft strafmildernd aus und kann Eskalationen vermeiden.